Von Venzone nach Grado – der CICLOVIA ALPE ADRIA

Idyllische Dörfer und romantische Weinberge – zahlreiche einzigartige historische Sehenswürdigkeiten der Etrusker, Römer, Veneter und der reichen italienischen Adelsfamilien. Und natürlich der Duft des Meeres – das ist die zauberhafte Landschaft der autonomen Region Friaul-Julisch Venetien im Norden Italiens.

Unsere 3tägige Reise entlang des völkerverbindenden Ciclovia Alpe Adria begann buchstäblich mit der Fahrt vom Regen in den Sonnenschein. Start der Tour „Friaul er-fahren“  war um 9.04 Uhr am Hauptbahnhof Klagenfurt. Zum Glück waren nicht so viel Fahrradfahrer unterwegs, denn in den neuen S-Bahnen der ÖBB kann es schon mal vorkommen, dass die Stellplätze für Fahrräder nicht ausreichen. Warum auch immer, aber die neuen Garnituren bieten noch weniger Platz als die alten und es gibt noch dazu keine Möglichkeiten die Fahrräder irgendwo anzubinden.

In Villach mussten wir aber ohnehin in den (im Sommer als Micotra geführten) Fahrradzug umsteigen, der einen eigenen Anhänger für Fahrräder mitführt. Der Schaffner nimmt dort auch die Räder entgegen. Außerhalb der Urlaubszeit geht das relativ rasch, aber wenn viele Radfahrer nach Italien möchten, kann das schon mal länger dauern.

In Venzone angekommen, haben wir uns gleich einen italienischen Kaffee und ein Panino mit Prosciutto crudo vor dem gotisch-venezianischen Rathaus-Palast (Municipio) gegönnt.  Bei einem Erdbeben 1976 wurde der Ort nahezu vollkommen zerstört. Die Häuser wurden allerdings nicht abgerissen und neue erbaut, sondern die alten Gebäude, auch der Dom, wurden mit den Trümmerresten wieder rekonstruiert und die gesamte Stadt wurde zum Nationalheiligtum erklärt.  In Venzone gibt es noch etwas ganz Besonderes zu sehen: Die Mumien in der mystischen Krypta der Friedhofskapelle am Kirchplatz vom Dom des heiligen Andreas ((Duomo di Sant’Andrea Apostolo).

Venzone – Rathaus-Palast
Venzoner Mietzekatze – hat sich gleich zu uns gesellt

Gestärkt nach der ca. 2stündigen Zugfahrt haben wir uns dann auf unsere Fahrräder geschwungen und uns aufgemacht zum Radweg Ciclovia Alpe Adria FVG 1, den wir erstaunlich schnell gefunden haben. Wenn man aus der Innenstadt rausfährt, gibt es sofort einen Hinweis. Auch die restliche Strecke ist sehr gut beschildert, wenn auch manchmal nur durch kleine Aufkleber, deshalb: IMMER AUGEN OFFEN HALTEN 😉

Der völkerverbindende Radweg ist eigentlich 410 Kilometer lang, und führt vom österreichischen Salzburg bis ins italienische Grado. Er ist mittlerweile sehr gut ausgebaut und ein traumhafter Fernradweg in mehreren Etappen.

Meistens sind es gut sichtbare Tafeln….
….aber oft nur kleine Aufkleber

Da trifft es sich gut, dass wir gemütliche Genussradler sind 🙂
Falls man doch einmal ein Schild übersieht, folgt man am Besten zuerst dem Verlauf des Flusses Tagliamento, ab Ippolito dem Fluss Comer oder den Straßenschildern Richtung Udine.

Der Weg schlängelt sich flach durch beschauliche Dörfer, hie und da am Straßenrand eine kleine Sehenswürdigkeit und einmal durch eine weitläufige private Parkanlage. Der Großteil der Strecke bis Udine ist gut ausgebaut und asphaltiert, nur bei der Parkanlage ist es etwas holprig, da der Boden nur aus Asphaltresten und Schotter besteht. Manchmal überquert man auch einen der glasklaren Flüsse, wie den Fluss Ledra, mit der für diesen Region typischen türkisen Farbe. Diese hängt mit dem kalkigen Untergrund zusammen.

Ein Kalkbrennofen, wie er früher in vielen Dörfern verwendet wurde
Der weitläufige Parco Stroilo

Durch Gemona und Osoppo sind wir diesmal einfach durchgeradelt, denn die hatten wir bereits vor zwei Jahren bei einer 3tägigen Tour am Programm, als wir mit Referent Mag. Florian Kerschbaumer (Historiker) von Gemona nach Pordenone geradelt sind.

Ein Restaurant für unser Mittagessen mussten wir länger suchen und wurden schließlich im kleinen Buia fündig. Die Trattoria Da Rita liegt rund 500 Meter nördlich der Kirche, also den Hügel rauf. Es gibt keine große Auswahl – zwei Spaghetti-Gerichte, ein Fleischgericht und Prosciutto Crudo. Wie überall in Italien ist der Salat klein und muss selbst mariniert werden. Aber es hat trotzdem alles sehr gut geschmeckt. Richtig nostalgisch bin ich am WC geworden: Hier gibt´s noch das typische italienische Loch, bei dem jedes Klo-gehn zum Abenteuer wird 🙂 – in der Trattoria hatten wir auch eine nette Begegnung mit einem italienischen Motorrad-Pärchen, das mit ihrer Harley gerade auf dem Weg zum Harley-Festival in Faak am See war.

Da werden Kindheitserinnerungen wach!

Weitere Dörfer am Weg: Borgo Salariis, Vendoglio-Carvacco (mit der traumhaften Kathedrale), Cassali, Tricesimo, Ara Grande & Ara Piccola, Tavagnacco und Adegliacco. Etwa ab Vendoglio beginnt der hügelige Teil mit den romantischen Weinbergen von Friaul. Waren wir um diese Jahreszeit weitgehend alleine auf dem Ciclovia Alpe Adria unterwegs, hat uns hier eine Männer-Fahrradgruppe in Tricots überholt….. und woher kamen sie? Aus Salzburg!

Chiesa di San Michele Arcangelo in Vendoglio mit wunderschönen, modernen bemalten Glasfenstern, die nach einem Erdbeben neu eingesetzt wurden (siehe Fotogalerie unten)

Ab Adegliacco wird es dann schwierig mit dem Radweg, denn plötzlich ist die Beschilderung zu Ende. Man folgt dann am Besten den Straßenschildern Richtung Zentrum von Udine oder je nachdem, wo man die Übernachtung gebucht hat. Wir waren mitten drin im Albergo Vecchio Tram in der Via Brenari 28 direkt an der Ecke zur Piazza Garibaldi. Das 3-Sterne Hotel wurde neu renoviert und ist absolut perfekt für eine Übernachtung. Die Einzelzimmer sind klein, aber sehr sauber und haben äußerst schalldichte Fenster – man hört absolut nichts vom üblichen Innenstadtlärm. Kleine Fläschchen mit Shampoo und Duschgel sowie Seife werden bereitgestellt. Da wir kurzfristig eine Woche vorher gebucht haben, lag der Zimmerpreis inklusive Frühstück bei 70 Euro. Wir waren außerdem erstaunt über die Vielfalt beim Frühstücksbuffet – da haben die Italiener in den letzten Jahren wohl aufgeholt. Noch dazu haben wir vom Chef eine Einschulung bekommen, wie man eine Kaktusfeige richtig schält 🙂 – die Fahrräder durften wir übrigens im Innenhof abstellen, der am Abend abgeschlossen wird und weder von Außen noch vom Hotel her zugänglich ist.

Albergo Vecchio Tram
reichhaltiges Frühstücksbuffet mit viel frischem Obst
wie isst man eine Kaktusfeige

Einen Restauranttipp für das Abendessen in Udine kann ich leider nicht abgeben, da wir von Freunden mit dem Auto abgeholt wurden und diese uns nach Tricesimo ins Gasthaus Heinz gebracht haben (das heißt wirklich so). Die Bewertungen auf TripAdvisor könnten unterschiedlicher nicht sein. Uns hat die dreierlei Vorspeisenkombination sehr gut geschmeckt, aber man sollte hier doch lieber Bier bestellen, als Wein, denn das Bier wird hier selbst gebraut. Laut unseren Freunden sind die selbstgemachten Kartoffelchips normalerweise sehr gut – diesmal waren sie sehr dünn und deshalb eher trocken. Die gebackenen Zwiebelringe sind empfehlenswert. Der Besitzer ist Österreicher, deshalb sind neben italienischen auch typisch österreichische Gerichte auf der Karte, wie zum Beispiel Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat oder Kaiserschmarrn.

Strecke des 1. Tages: rund 60 Kilometer von Venzone nach Udine, vorwiegend flach, teilweise auf einem separaten Radweg, teilweise auf wenig befahrenen Landesstraßen und teilweise auf Schotter, der aber auch mit normalen Rädern gut zu bewältigen ist. Sehr gut ausgeschildert bis nach Udine.


Am zweiten Tag haben wir uns gemütlich so um 9.30 Uhr von Udine auf den Weg Richtung Grado gemacht. Den Weg raus aus der Stadt mussten wir wieder etwas suchen, aber am Besten man fährt zum Bahnhof Udine und von dort entlang der Via Palmanova Richtung Süden. Bei der Ortsausfahrt gibt es dann wieder Hinweisschilder zum Ciclovia Alpe Adria. Dieser verläuft nahezu im Zick-Zack-Kurs durch idyllische Dörfer wie Lovaria, Pavia di Udine, Lauzacco, Tissano, Santa Maria la Longa bis zur Festungsstadt Palmanova. Auf dem Weg liegen einige beeindruckende Villen, wie die Villa di Tissano, die zum Beispiel zu einem Hotel umgebaut wurde. Als ich vor vielen, vielen Jahren noch studiert habe und der damalige Besitzer an der Universität Klagenfurt Gastprofessor war, hatte ich das große Glück im Rahmen einer Exkursion zu den friulanischen Renaissance-Villen dort übernachten zu dürfen. Wirklich ein Erlebnis!

In Palmanova haben wir uns an der Piazza Grande ein leckeres Eis verdient! Direkt am Hauptplatz gibt es mehrere Cafés, die alle sehr zu empfehlen sind und einen schönen Blick auf den Dogendom bieten.

Palmanova – der Dogendom an der Piazza Grande

Schon die Einfahrt in Palmanova ist ein Erlebnis. Zuerst kommt der riesige Stadtgraben und die Stadtmauer in Sicht, welche die Stadt umschließen. Dann fährt man durch eines der drei Stadttore Porta Aquileia, Porta Udine oder Porta Cividale in die Stadt ein. Sie sind allerdings nur einspurig befahrbar, weshalb es dort eine Ampel gibt. Die Stadt wurde Ende des 16. Jahrhunderts von den Venezianern als Schutz gegen die Türken planmäßig angelegt und gilt als Idealtypus einer Festungsstadt. Später diente sie zur Verteidigung gegen die Habsburger, die bereits die Herrschaft über Görz und Friaul über hatten. Erst Napoleon Bonaparte schaffte es, die Stadt einzunehmen und erweiterte die Festung.

Palmanova auf Falk.de

Einige von uns konnten wieder nicht genug bekommen vom leckeren italienischen Eis 🙂

Teilnehmerin Sylvia nimmt gleich das extra große….

Raus aus der Stadt geht es wieder Richtung Süden, aber ACHTUNG: Hier sind die Hinweise auf den Ciclovia Alpe Adria nur durch kleine Aufkleber gekennzeichnet. Der Radweg führt dann zwar weg von der Bundesstraße und durch Mais- und Sojafelder, hie und da eine Weinebene, aber er ist Größtenteil schottrig. Allerdings bei Trockenheit trotzdem auch ohne Mountainbike befahrbar.

Auf dem Weg liegen Strassoldo, wo man zeitweise sogar auf der historischen Via Julia Augusta (später Via Giulia Augusta genannt) radelt, die von Kaiser Augustus in der Zeit um Christi Geburt als wichtige Handelsstraße angelegt wurde.  Weiters Cervignano del Friuli und ab Case Gortani radelt man bis Aquileia hauptsächlich am Radweg entlang der Bundesstraße. Essenspause war gleich direkt am Radweg neben dem Hotel Forum Julii, von dem ich nur eine Booking.com-Seite gefunden habe. Das Essen war sehr gut und es gab wirklich große Portionen. Empfehlenswert sind die Muscheln!

Die Italiener sind wohl sehr Radfahrerfreundlich, denn überall auf dem Weg werden sie von Kunstwerken gegrüßt.

Borgho Zampicco grüßt die Fahrradfahrer
Zum Glück ist Sylvia für jeden Spaß zu haben 🙂

Ein MUSS für Archäologiefans ist natürlich Aquileia mit seinen riesigen Ausgrabungsarealen, wo fleißig gearbeitet wird. Die Stadt wurde bereits im 2. Jahrhundert v. Christus von den Römern als militärische Kolonie gegründet und mit einem Binnenhafen ausgestattet, von dem es heute noch Reste gibt. Berühmt ist vor allem der beeindruckende frühchristliche Mosaikboden in der Basilika mit einer Größe von 645 m². Es wurden Glasböden und Glasbrücken darüber gebaut, damit durch die Besichtigungen keine Schäden auftreten.

Aquileia te salutat – Aquileia grüßt dich

Von Aquileia ist es dann nur noch ein Katzensprung zum Damm nach Grado. Da tut sich das Herz auf, wenn man plötzlich vor diesem einzigartigen Panorama mit Meeresblick steht. Auch auf der etwa 5 Kilometer langen Anfahrt über den Damm mussten wir einige Male einen Fotostopp einlegen. Anfangs scheint es, als ob die Stadt nicht näher kommen würde – aber das macht nichts, denn am Liebsten würde man ewig so auf dem Damm mitten durchs Meer weiterradeln.

Der Damm nach Grado – im Hintergrund ist die Silhouette bereits erkennbar, aber es sind noch 5 Kilometer bis dahin

Auch hier: Radfahrer werden gegrüßt 🙂

am Kreisverkehr in Grado

Wir waren erstaunt, wie viele Touristen um diese Zeit dort unterwegs sind. Es war wirklich voll, obwohl die Urlaubszeit eigentlich schon vorbei ist. Viele Österreicher. Eingecheckt haben wir im 3-Sterne Hotel Regina in der Via Caprin. Da wir relativ kurzfristig gebucht hatten, war auch der Preis für ein Doppelzimmer mit 105 Euro inklusive Frühstück recht stattlich. Die Meinungen über die Zimmer sind etwas auseinandergegangen. Bei mir war alles sauber und in Ordnung, während es bei anderen Risse im Bad gegeben hat oder irgendwelche Geräte, die laut waren. Die Zimmer liegen alle mit Blick in die eher ungepflegten Innenhöfe der angrenzenden Häuser. Das Hotel Regina ist auch nicht unbedingt ein fahrradfreundliches Hotel, denn es gab bereits Platzprobleme, um unsere Fahrräder abzustellen. Der kleine Waschraum im Keller ist mit 5-6 Leihfahrrädern des Hotels vollgestellt und unsere drei  hatten dann gerade noch Platz. Für eine größere Gruppe also keinesfalls zu empfehlen.

Ein Highlight des Hotels ist aber sicher seine Dachterrasse, die einen traumhaften Blick über die Stadt und das Meer erlaubt. Auch die Bar einen Stock darunter ist sehr schön. Noch einen Stock darunter gibt es dann das morgendliche Frühstück – ein wunderbar umfangreiches Buffet mit viel frischem Obst.

Abendstimmung auf der Dachterrasse des Hotel Regina
traumhafter Ausblick beim Frühstück

In den verwinkelten Gassen und Plätzen der Stadt gibt es zahlreiche Restaurants, die sicher alle sehr gut sind. Wir haben uns einen Tipp geben lassen und sind ins Bella Grado direkt am alten Hafen. Endlich bin ich auch zu meiner Pizza gekommen!!!! Niemand schafft die wie ein Italiener.

Strecke des 2. Tages: ebenfalls rund 60 Kilometer von Udine nach Grado, vorwiegend flach, teilweise auf einem separaten Radweg, teilweise auf wenig befahrenen Landesstraßen und teilweise auf Schotter, der aber auch mit normalen Rädern gut zu bewältigen ist. Sehr gut ausgeschildert, wenn auch manchmal mit sehr kleinen Aufklebern.


Nach einem wirklich reichhaltigen Frühstück und traumhaftem Ausblick über die Dächer des morgendlichen Grado, haben wir unsere Fahrräder so um 9.30 Uhr wieder aus dem Hotelverlies geholt. Den Strand entlang nach Osten geht ein ausgeschilderter Radweg zu unserem Endziel Monfalcone und sogar weiter bis nach Triest. Zuerst hatten wir ein wenig Sorge, dass der Radweg hauptsächlich der Bundesstraße entlang verläuft, aber kurz nach Grado und nach Überquerung der schönen Isonzo-Lagune geht es gleich rechts einen Kanal entlang weg von der Straße.

Wer die Radtour noch etwas ausweiten möchte, kann hier rechts in den Schotterweg zum Naturschutzgebiet Valle Cavanata abbiegen, wo man direkt entlang der unregelmäßigen Küste fährt. Da wir trotz mehrerer Befragten sowie Internetrecherchen nicht rausfinden konnten, wie der Weg dort beschaffen ist und wie lange er im Endeffekt ist, haben wir uns schließlich entschlossen, die kürzere Variante von etwa 25-30 Kilometern entlang des ausgeschilderten Weges zu radeln, um den Zug in Monfalcone um 15.21 Uhr auf jeden Fall erwischen zu können.

Im Endeffekt war auch dieser Weg sehr schön. Der Radweg wird zwar bei Fossalon kurz unterbrochen und man muss auf der Bundesstraße radeln. Aber es ist nicht so viel Verkehr und die paar Kilometer sind schnell geschafft. Die einzige gefährliche Stelle kommt, wenn man bei der Überquerung des Isonzo kurz auf die Landesstraße muss. Gleich darauf geht der Radweg wieder entlang eines idyllischen Kanals bis zum Hafen Marina Julia, wo es auch einen breiten Badestrand und eine Strandbar gibt. Hier haben wir es uns nochmal gut gehn lassen mit Kaffee und Füße ins Wasser tauchen.

Radweg nach Monfalcone
idyllische Rastplätze entlang des Kanals zur Marina Julia

Dann sind es nur noch ca. 6 Kilometer bis ins Zentrum von Monfalcone, wo sich der Bahnhof befindet. Im Endeffekt haben wir dann sogar einen früheren Zug nach Udine erwischt, was uns aber so auch nichts gebracht hat, weil wir in Udine trotzdem auf den Anschlusszug nach Villach warten mussten – es gibt einfach keinen früheren. Also sind wir die Bahnhofstraße in Udine runtergeradelt und haben gleich eine nette Bar gefunden, die sich als Eldorado für Tramezzini- und Kaffeeliebhaber rausgestellt hat. Die Bottega del Caffé bietet zahlreiche leckere Kaffeevariationen, frischgepresste Säfte und Tramezzini zum Niederknien. Also hat sich die Wartezeit auf jeden Fall gelohnt.

Der Regionalzug um 17.22 Uhr ist wieder ein Micotra, auch wenn er nur im Sommer unter diesem Namen geführt wird. In Udine waren noch relativ wenig Radfahrer, bei jeder Strecke kamen dann mehr dazu und so hat es natürlich dann eineinhalb Stunden später in Villach einige Verzögerungen beim Ausladen gegeben. Die Räder waren nicht fixiert, sind teilweise aufeinandergelegen, es war kein Schaffner da zum Ausladen und jeder wollte wieder mal seines als erstes raushaben. Zum Glück stand der Anschlusszug nach Klagenfurt gleich am Gleis gegenüber und wir haben ihn noch erwischt.

Mir geht immer das Herz auf, wenn die Berge wieder näher kommen

Strecke des 3. Tages: rund 30 Kilometer von Grado in die Innenstadt von Monfalcone, durchwegs flach, hauptsächlich auf einem ausgeschilderten Radweg, ca. 5 Kilometer auf einer wenig befahrenen Landesstraße und Isonzo-Überquerung auf einer vielbefahrenen Brücke. Danach wieder feiner Schotter entlang eines Kanals, ausgeschildert bis zum Zentrum. Weiterführende Radwege nach Triest ebenfalls gut ausgeschildert.

Hier noch ein paar Eindrücke:

IDYLLE PUR – TIEBEL TOUR

Wieder einmal durften wir feststellen, welch wunderschöne Orte mit bewegter Geschichte es in Kärnten zu entdecken gibt! Die Tiebel Tour hatte wirklich alles: idyllische Radwege, außergewöhnliche Geschichten, einen Schlauchplatzer und einen kleinen Zusammenstoß.

Pünktlich um 9.30 Uhr haben wir uns mit Referent Heimo Rinösl, dem Bürgermeister von Himmelberg, vor dem Bahnhof in Feldkirchen getroffen.

(Gleich mal ein Tipp vorab: Wenn man weiß, dass man wieder mit dem Zug von Feldkirchen abfährt, unbedingt das Zugticket gleich hin- und retour kaufen, da der Ticketautomat in Feldkirchen anscheinend keine Verbindungszüge schafft, wenn man umsteigen muss. Trotz der Eingabe „Klagenfurt“, wurde das Ticket bei allen immer nur bis Villach ausgedruckt.)

Wieder mal war uns das Glück hold und ich bin zufällig einige Tage davor auf die derzeit laufende „Tiebel Ausstellung“ des Fotoclubs Blende 22 in Feldkirchen gestoßen. Wir wurden also gleich über die wichtigsten Daten des sagenumwobenen Flusses informiert und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus: Um 1900 waren dort über 30 Haus- und Mautmühlen, 10 Eisen- und Hammerwerke, 10 Sägewerke, 1 Pappenfabrik, 1 Pulverstämpfe, 16 Bauernmühlen und 11 Flodermühlen in Betrieb, die für den Reichtum der Region gesorgt haben. Deshalb auch der gut gewählte Titel „Lebensader und Energielieferant“ für diese Themenradtour. Weitere spannende Informationen über die Tiebel: 660 Liter pro Sekunde Quellschüttung aus 40 Quellen (8 Badewannen könnten so in einer Sekunde gefüllt werden!!!!!!), 7 Grad jährliche Durchschnittstemperatur, d. h. das Wasser friert auch im Winter nicht zu und ist deshalb Heimat zahlreicher Lebewesen, die sonst den Winter woanders verbringen würden, und ein einzigartiges Ökosystem.

 

Tiebel-Ausstellung vom Fotoclub Blende 22 in Feldkirchen

Es ist zwar eher unüblich bei unseren Radtouren, dass das Gruppenfoto gleich zu Beginn gemacht wird, aber, wenn wir schon mal professionelle Fotografen vor Ort haben….

Gruppenfoto (c) Tanja Kraus, Fotoclub Blende 22

Von der Fotoausstellung ging es dann schnurstracks Richtung Tiebel, die ja Feldkirchen durchfließt und an den Quellradweg R2 von Ossiach ins Gurktal angeschlossen ist. Zweiter Stop im neu gestalteten Tiebelpark in Feldkirchen, der gleichzeitig als Hochwasserschutz angelegt wurde und, ähnlich wie in Villach der Draupark, als essbare Parkanlage dient.

Essbares Beet im Tiebelpark Feldkirchen
Hochwasserschutz Tiebelpark in Feldkirchen

Der Radweg ist von hier leider nicht mehr sehr gut ausgeschrieben. Fährt man der Straße entlang, muss man demnach links Richtung Hauptstraße und durch den neu gestalteten, zweispurigen Kreisverkehr. Danach hat man die Möglichkeit, entweder bei der nächsten Straße rechts in die idyllischen Dörfer abzubiegen und über Haidach gleich direkt entlang der Tiebel zu radeln oder an der Bundesstraße wieder auf den Radweg R2 Richtung Gurk aufzufahren, der allerdings, wie gesagt, entlang der Bundesstraße verläuft. Entscheidet man sich für die erste Variante, gelangt man bei Feistritz durch Überquerung der Tiebel wieder an die Bundesstraße und den Radweg R2.

Hier hatten wir dann auch unseren Reifenplatzer, der aber, dank tatkräftiger Hilfe unserer Radliebhaber, gleich wieder behoben war.

auch das gehört zum Radeln: Reifenplatzer

Danach ging es aber ohne weitere Vorkommnisse weiter. Vorbei an einem alten Mühlstein, der heute als Brunnen genutzt wird und köstlich, kühles Tiebel-Wasser führt, und einer ehemaligen Fabriksbaracke, biegt man dann links ab in den sogenannten Poitschacher Graben. Wir waren erstaunt, wie gut die Beschaffenheit des ausgeschilderten Wald-Radweges R2C Richtung Himmelberg ist. Auch für E-Bikes und „normale“ Fahrräder überhaupt kein Problem. Es gibt zwar ein paar Hügel, aber der feine Schotter am Radweg ist gut festgedrückt.

Am Grenzbrunnen zwischen Feldkirchen und Himmelberg wurden wir von unserem Referenten Heimo Rinösl über die Partnerschaft der beiden Städte informiert und haben gleich die Möglichkeit genutzt, um unsere Wasserflaschen aufzufüllen.

Grenzbrunnen zwischen Feldkirchen & Himmelberg
Die eiskalte, sagenumwobene Tiebel

Ein spannendes Thema sind auch die nach wie vor bestehenden Wasserrechte entlang der Tiebel.

Schautafel mit Informationen zu den Wasserrechten einzelner Familien & Firmen

Ein Highlight unserer Tiebel-Tour war sicher der Besuch der ehemaligen Zeilingerschmiede, der einzig erhaltenen von rund 10 Eisen- und Hammerwerken der Region. Ein wunderbarer Ausflugstipp für Groß & Klein. Führungen können über den Kontakt auf der Homepage von Zeilinger Metallbau gebucht werden oder direkt über die Telefonnummern auf dem Schild:

Kontakt für Besichtigungen der alten Zeilingerschmiede. Auch unter „Tipps“ aufgeführt
Vor der Zeilinger Schmiede (c) Teilnehmerin Karin Farkas

Die riesige Hammerschmiede sieht aus, als ob sie gerade erst verlassen worden wäre. Unzählige Werkzeuge, mehrere verschiedene, mächtige Schmiedehämmer und Kleidung machen den Anschein, die Arbeiter würden eben mal Pause machen. Außerdem wurden liebevoll detailreiche Informationstafeln angefertigt, die das schwierige, genau geregelte Leben der Arbeiter beschreiben. Von der ehemaligen k&k Schmiede der Habsburgischen Kaiserzeit sind auch viele Zunftbestimmungen und amtliche Dokumente erhalten. Interessant ist außerdem, dass in Himmelberg gefertigte Sensen in alle Welt exportiert wurden und maßgeblich zum Reichtum der Region beigetragen haben. Dieser einstige Reichtum ist noch in den prachtvollen Häusern von Himmelberg ersichtlich.

Nach einem kurzen Abstecher zum Gemüse-, Kräuter- und Obstgarten der Volksschule Himmelberg, wo die nachfolgenden Generationen bereits einen direkten Bezug zur Natur lernen sollen, ging es dann zur wenige Meter entfernten Jausenstation.

Gemüse-, Obst- und Kräutergarten der Volksschule Himmelberg
Die Volksschule Himmelberg liegt direkt am Radweg R2C

Gestärkt haben wir uns diesmal im Landgasthaus Zeilinger direkt an der Bundesstraße. Hier werden Kärntner Spezialitäten von einem Haubenkoch als köstliche Kunstwerke auf den Tisch gezaubert. Das neu renovierte Gebäude wurde erst vor wenigen Jahren wieder eröffnet und ist gemeinsam mit der Jausenschmiede die einzige gastronomische Einrichtung in Himmelberg.

Was wäre ein KULTUR RAD PFAD ohne Besichtigung einer Kirche? Genau, das wäre dann wohl kein KULTUR RAD PFAD. Praktischerweise befindet sich die romantische, reich geschmückte Pfarrkiche von Himmelberg direkt gegenüber des „Haubenwirtes“ Landgasthaus Zeilinger. Der 83jährige Pfarrer Reinhold Berger hat uns gleich eine interessante Führung gegeben. Diesmal gab es aber keinen Messwein zur Verkostung, wie das letzte Mal bei der Görtschitztal-Tour (Zwinker-Smiley)

Pfarrkiche Himmelberg (c) Teilnehmerin Karin Farkas
Führung durch Pfarrer Reinhold Berger

Den Rückweg hatten wir eigentlich zuerst über die Bundesstraße geplant, die ab Himmelberg kurz zwei Mal ansteigt und dann bis zum Bahnhof in Feldkirchen freie Fahrt abwärts gewährt. Da der Radweg entlang der Tiebel allerdings so schön war, haben wir einstimmig entschieden, dass wir diesen Weg auch wieder zurückfahren.

Danke nochmal an Bürgermeister Rinösl für die spannenden Informationen!

Hier noch ein paar Eindrücke:

Radtour durch das KunstVOLLE Görtschitztal

Wir waren alle überrascht von der Vielseitigkeit der „Norischen Region“, wie sich der Zusammenschluss von 9 Gemeinden in Mittelkärnten seit 1990 nennt und vermarktet. Das Görtschitztal ist ein wahres Eldorado für Historiker & Kunstliebhaber!

Start unserer Görtschitztaltour war um 9.00 Uhr der Bahnhof in Althofen (es gibt stündliche Zugverbindungen aus Richtung Klagenfurt, St. Veit, Judenburg, Wien). Diesmal hat zum Glück auch das Wetter mitgespielt, nachdem wir bereits zwei Thementouren in diesem Jahr verschieben mussten.

Althofen ist die einzige bewohnte Höhensiedlung in Österreich mit einer einzigartigen Altstadt: Mit Fresken bemalte Häuser aus dem 14. und 15. Jahrhundert, eine nahezu vollkommen intakte Stadtmauer mit einem imposanten Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert – der sogenannte „Annenturm“, benannt nach der Burgschauspielerin Anna Grobecker, die sich nach ihrer Schauspielkarriere in Althofen niederließ und dort ein Schloss direkt vor dem mittaltlerlichen Turm erwarb.

Eine weitere wichtige Persönlichkeit ist der Erfinder Carl Auer von Welsbach, von dem es auch ein mit Liebe geführtes Auer-von-Welsbach Privatmuseum in der Altstadt gibt. Er hat die noch heute ansässigen Treibacher Chemischen Werke gegründet (heute Treibacher Industrie AG = TIAG), hat vier Elemente neu entdeckt, den Zündstein für das Feuerzeug erfunden und war der Erfinder vom Glühstrumpf im Gaslicht („Auerlicht“), mit dem heute wieder die Altstadt beleuchtet wird, sowie der Metallfadenlampe.

Annenturm Althofen

Der Radweg von Althofen führt direkt nach Silberegg und Guttaring, wo wir nur kurz Halt gemacht haben, um die schöne Wallfahrtskirche Maria-Hilf auf dem Berg zu bewundern. Dann kam die erste Herausforderung an diesem Tag: der Schelmberg….. er ist wirklich ein Schelm 😉 ….. führt uns aber direkt ins schöne Görtschitztal.

Ab da ging es nur noch bergab – zumindest geologisch betrachtet. Man rollt eigentlich nur so durch Dörfer wie Wieting, Klein St. Paul, Eberstein, St. Walpurgen und Brückl.

Auf dem Weg begegnen uns zahlreiche keltische, römische, romanische, gotische, barocke und zeitgenössische Kunstwerke. Angefangen bei der prachtvollen Sakralkunst in den Pfarrkirchen

Gewölbe mit Wappenfeldern, Pfarrkiche Wieting

über riesige römische Kunstwerke

Museum für Quellenkultur, Lachitzhof

bis hin zu zeitgenössischen Kunstwerken, die uns auf Schritt und Tritt im gesamten Görtschitztal begegneten.

Künstler: Werner Hofmeister

Wir durften uns auch über zahlreiche spannende Begegnungen freuen, wie zum Beispiel über einen Pfarrer, der uns gleich auch eine Privatführung durch das Pfarrhaus gegeben hat mit abschließender Messweinverkostung …… oder einem Künstler, der uns in sein privates Refugium eingelassen hat, das er sich in einem noch aktiven Wasserkraftwerk eingerichtet hat.

Natürlich durfte auch der leibliche Genuss nicht fehlen: Eingekehrt sind wir diesmal um etwa 13 Uhr im Landgasthof Sonnberger in Klein St. Paul (wir sind genau richtig zur Schwammerlzeit gekommen, empfehlenswert ist das Eierschwammerlgröstl). In Klein St. Paul befindet sich nicht nur eine einzigartige Pfarrkirche, wo gerade ein umstrittenes Fassadenbild des Kärntner Nazi-Künstlers Switbert Lobisser neu restauriert wurde, sondern auch das Museum für Quellenkultur des zeitgenössischen Künstlers Werner Hofmeister. Dort sind Kunstwerke aus allen Epochen versammelt.

Stadtpfarrkirche Klein St. Paul, Fresko von Switbert Lobisser

Nach der Stärkung ließen wir uns weiter leicht bergab parallel zur Görtschitz durch das idyllische Tal treiben (der Fluss entspringt übrigens im steirischen Natura2000 Gebiet Hörfeldmoor und fließt bei Brückl in die Gurk – deshalb auch der slowenische Name Krčica für die Görtschitz, was soviel bedeutet wie: Kleine Gurk).

Unsere nächste Station: Die Gemeinde Eberstein mit dem prägnanten Schloss Eberstein auf einem Felsvorsprung. Der Name „Eberstein“ geht, gleich wie die Bezeichnung des davorliegenden Berges „Saualm“, auf den Wildschweinreichtum einstiger Tage zurück.

Schloss Eberstein

Leider konnte ich diesmal bei den Besitzern keine Besichtigung erwirken, denn Schloss Eberstein ist wirklich ein absolutes Juwel. Die ersten Gebäude auf der Anhöhe wurden bereits im 12. Jahrhundert errichtet. Auch die in Kärnten einst wichtige Familie Welzer (unter anderem Erbauer des Schlosses Welzenegg in Klagenfurt – das Schloss ist übrigens fixer Bestandteil meiner wöchentlichen Schlösser-Radtour in Klagenfurt) hat einige Gebäude hinzugebaut. Sein heutiges Aussehen im historistischen Tudor-Stil, der in Großbritannien im Übergang zwischen Renaissance und Barock entstanden ist, verdankt das über allem thronende Schloss jedoch der Gewerkenfamilie Christalnigg. Ab dem 15. Jahrhundert betrieb diese Familie eines der größten Hammerwerke in Kärnten. Reste davon sind noch im Museum für Quellenkultur zu besichtigen.

Der heutige Reichtum der Norischen Region hat ihren Ursprung in der Eisenverarbeitung des beliebten „Norischen Eisens“, das am oberen Eingang des Tales in Hüttenberg bereits seit den Kelten ab etwa 500 v. Christus abgebaut wurde (dort können heute noch einige Schaustollen besichtigt werden – außerdem befindet sich dort auch das berühmte Tibetzentrum von Heinrich Harrer). Das Norische Eisen war auch der Grund für die friedliche Annektion der „Provinz Noricum“ in das Römische Reich. Seit dem Ende des Abbaus im 19. Jahrhundert wurde es auch still um diese Region. Völlig zu Unrecht!

Von Eberstein ging es dann in den Endspurt bis Brückl und von dort Richtung St. Veit zum Bahnhof in Launsdorf. Abfahrt mit dem Zug in Launsdorf um 16.32 Uhr. Für diejenigen, für die 40 Kilometer noch nicht lang genug sind, gibt es noch die Möglichkeit, die etwas mehr als 20 Kilometer nach Klagenfurt am Wörthersee zu weiterzuradeln. Für alle anderen fährt ab Launsdorf stündlich eine S-Bahn in beide Richtungen. Sollte man gerade einen Zug verpasst haben, bleibt noch der Trost, die ehrwürdige Burg Hochosterwitz genauer betrachten zu können. Noch heute ist die Burg in Besitz der Familie Khevenhüller. Jedes Jahr findet dort traditionell das Ritterfest statt. In diesem Jahr am Samstag, den 14. Juli 2018 – ein guter Grund bei meiner wöchentlichen Burgentour von Friesach nach Hochosterwitz teilzunehmen.

Burg Hochosterwitz

Streckenführung: Von Althofen bis Guttaring führt ein gut ausgebauter Radweg. Über den Schelmberg muss man dann auf die Bundesstraße. Ab dem Talboden bis nach Brückl verläuft ebenfalls ein hervorragender Radweg hauptsächlich bergab. Die letzten 7 Kilometer von Brückl nach Launsdorf muss man dann wieder die Bundesstraße nutzen. Während der Woche kann es dort zu viel LKW-Verkehr kommen, am Wochenende ist es ruhiger. Wenn man sich entscheidet nach Klagenfurt weiterzuradeln, ist es fast empfehlenswerter, zuerst trotzdem Richtung Launsdorf zu fahren, denn von dort kommt man auf den wunderschönen Glanradweg, während die Strecke von Brückl nach Klagenfurt entlang der Bundesstraße verläuft.